Generische Ziele für Geschäftsführer

Qualitative Ziele messbar formuliert

von Urs Mantel

In diesem Beitrag wird anhand der Geschäftsführerrolle eine konkrete Anwendung gezeigt, die wie man qualitative, generische Ziele mit Hilfe einer zweidimensionalen Zieltabelle messbar formulieren kann.[1]

Generisch sind Ziele dann, wenn sie so formuliert werden, dass sie für viele Geschäftsführer gelten. Das bedingt, dass man sich auf das Wesentliche konzentriert (siehe Einflussfaktoren im Beispiel) und eine vernünftige Abstraktion bei der Formulierung der Zielzustände wählt, die allgemeingültig sind. Nehmen wir aus dem Beispiel den Einflussfaktor Strategie. Jede Firma hat eine andere Strategie. Strategien sind branchen- und firmenspezifisch. Die Texte zu diesem Einflussfaktor beschränken sich deshalb auf:

  • Strategie vorhanden ja/nein
  • Strategie im Ansatz vorhanden oder gut und professionell ausformuliert
  • Umsetzung von mangelhaft bis kraftvoll

Somit sind die gewählten Beurteilungskriterien nicht direkt vom Inhalt abhängig, können aber auf jeden Inhalt angewendet werden.

Das nachstehende Beispiel ist nach diesen Kriterien erarbeitet worden. Es kann problemlos auf andere (KMU-) Firmen übertragen werden. Noch einfacher ist die Multiplikation für Führungspositionen zu erreichen, wenn es in einer Firma mehrere identische gibt. Zum Bespiel hat eine Baufirma mehrere Bauführer. Somit kann die genau gleiche Zieltabelle für alle Bauführer verwendet werden. Hat ein Bauführer noch Zusatzaufgaben (Lehrlingsausbildung, Qualitätssicherung etc.), so sind diese Zielzustände auf einem separaten Zusatzblatt geführt.

Generische Zieltabelle für Geschäftsführer in KMU Betrieben

 

Periodische Beurteilung

  1. Jährlich oder halbjährlich erfolgt eine gemeinsame Beurteilung der erreichten Zustände (im Beispiel rot eingetragen). Hier führt dies zu einer Zielerreichung von insgesamt 39% des Potenzials (alle Einflussfaktoren sind zu 100% erreicht). In der zweitletzten Spalte kann man evtl. Näheres zur Umschreibung des Ist-Zustandes eintragen.
  2. Gemeinsame Erarbeitung (Vorgesetzter mit seinem Geschäftsführer) der Ziele für die nächste Periode (hier blau eingetragen) im Sinne einer win-win-Zielvereinbarung gemäss Ziffer 6 meines Blogbeitrages „Rolle und Bedeutung von Zielen in der Führung“.
    Auch hier gilt: Ziele müssen erreichbar sein, Mut zur Lücke, Prioritäten setzen (im Beispiel werden nur bei 5 von 11 Einflussfaktoren höhere Zustände avisiert).
  3. Massnahmen erarbeiten: Schliesslich sind die Massnahmen zu formulieren, damit der höhere Zustand erreicht werden kann. Die notwendigen Ressourcen sind zur Verfügung zu stellen bzw. zu bewilligen.

 

Nutzen dieser Zieltabellen

In einem Unternehmen gibt es somit je Führungsrolle eine einheitliche Beurteilung, und zwar immer:

  • Zu 100% zielfokussiert;
  • Unabhängig vom aktuellen Positionsinhaber;
  • Einheitlich, sofern die Führungsrolle mehrmals vorkommt;
  • Sofern die Einflussfaktoren richtig gewählt und die Zielzustände entsprechen ausformuliert sind, wird der Stelleninhaber an den für die Aufgabe und das Geschäft relevanten Parametern gemessen;
  • Gute Ergänzung zu klassischen Qualifikationsunterlagen;
  • Das Entwickeln von Führungskräften über mehrere Perioden ist integriert und erfolgt zielfokussiert.


Qualitative Ziele

Natürlich kann man auch qualitative Ziele als zusätzliche Einflussfaktoren einführen. In Frage kommen für einen Geschäftsführer zum Bespiel:

  • Umsatzziele
  • EBIT-Ziele
  • ….
  • ….

 

Praxis

Es gibt verschiedene Firmen, die diese Zieltabellen führungsrollenbezogen in der Praxis anwenden.

 

[1] Die Ziel-Tabelle habe ich bei der Firma Communic GmbH in Augsburg vor Jahren kennengelernt.