Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken – das gilt auch für Unternehmenskrisen

In den letzten 15 Jahren begleitete ich viele Unternehmen in schwierigen finanziellen Situationen. Verluste, Liquiditätsprobleme, Restrukturierungen, Entlassungen, Turnarounds, Betriebsschliessungen und Notverkäufe heissen die Stichworte dazu.

Ausnahmslos allen Fällen ist gemeinsam, dass es trotz teilweise widriger Umstände wie z.B. Konjunktureinbrüche in den jeweiligen Branchen, Mitbewerber gab, die viel besser dastanden oder gar erfolgreich waren. Die Diagnose ist eine einfache: In allen Fällen (allen!) kamen die Probleme von der Unternehmensspitze (Aktionariat, Verwaltungsrat, Geschäftsführung). Und natürlich kann die Lösung auch nur von dort kommen. Denn kommt es nicht zu den notwendigen Veränderungen an der Unternehmensspitze, verwest das Unternehmen und wird schliesslich in irgendeiner Form aufgelöst.

Gute und anscheinend stichhaltige Gründe für eine missliche Unternehmenssituation gibt es immer: Die Konjunktur, die bösen Mitbewerber, die schlechten Verkäufer, die bösen Banken, die schwierigen Kunden etc.

Aber der Fisch beginnt am Kopf zu stinken. Dies verlangt vor allem Selbstreflektion an der Unternehmensspitze, damit Veränderungen eingeleitet werden können. Und gerade da hapert es in vielen Fällen.

Urs Mantel